Claude Opus 5.5 ist das Modell, dem wir eine unübersichtliche Aufgabe mit hohem Einsatz anvertrauen würden – im Vertrauen darauf, dass die richtige Antwort zurückkommt. Laut Anthropic erreicht es bei den meisten Aufgaben das Niveau des Premium-Modells Fable 5.1, kostet pro Token aber weniger als die Hälfte. Und es schreibt inzwischen wie eine besonnene Kollegin statt wie ein nervöser Berufseinsteiger.
Höchster Wert im unabhängigen Artificial Analysis Intelligence Index zum Start (58, maximaler Aufwand). Führt bei GDPval-AA v2.1, einem Test echter Wissensarbeit, mit 1846 Elo vor Fable 5.1 (1735). Die Token-Preise sanken um 20 % auf $4/$20, das Lesen aus dem Cache um 60 % auf $0,20 – laut Anthropic werden typische Arbeitslasten dadurch rund 40 % günstiger als mit Opus 5. Die Ausgabe ist über 30 % schneller, und die Fünf-Stunden-Nutzungslimits in den bezahlten Tarifen wurden angehoben.
Bei maximalem Aufwand denkt es sehr ausführlich laut nach: Artificial Analysis maß rund 119.000 Ausgabe-Token pro Aufgabe gegenüber etwa 27.000 bei GPT-6 Astra. Der niedrige Listenpreis zahlt sich also nur aus, wenn Routinearbeit auf der Standardstufe bleibt. Bilder erzeugt Claude nicht, das Nachdenken lässt sich nicht mehr ganz abschalten, und die meisten Cybersicherheitsanfragen werden stillschweigend an das ältere Opus 4.8 weitergereicht.